Test: Åkesson’s Schokolade

5 Schokoladen im Test

Die Firma Åkesson’s einem bestimmten Herkunftsland zuzuordnen, stellt eine Herausforderung dar. Bertil Åkesson ist gebürtiger Schwede, seine Kindheit hat er hauptsächlich in Madagaskar verbracht, nun lebt er in Paris, London und New York – und in Brasilien, wo er an einer Plantage beteiligt ist. Das Unternehmen AO GmbH, das als Distributor seiner Schokoladen fungiert, hat er in der Schweiz gegründet, die Schokolade allerdings wird von einem französischen Chocolatier hergestellt. Der Ordnung halber bleibe ich meiner Linie treu und ordne auch dieses Unternehmen dem Land zu, in dem sich der Firmensitz befindet, also der Schweiz. Die Familie Åkesson besitzt seit Jahrzehnten mehrere Kakaoplantagen in Madagaskar. Diese Plantagen sind mir bestens bekannt, da Coppeneur von einer dieser Plantagen, Menavava (ausgesprochen Menavav), Bohnen bezieht. Auch Domori und Amedei und andere namhafte Chocolatiers beziehen von dort ihre Kakaobohnen. Bei mehreren Besuchen konnte ich mich von der hervorragenden Arbeit auf den Plantagen überzeugen.

Die Plantagen liegen direkt am Sambirano-Fluss, in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Millot- Plantage. Ursprünglich gab es im Sambirano-Tal eine große Plantage, die schon vor langer Zeit dreigeteilt wurde: In eine kleinere (Millot) mit einem wunderschönen Herrenhaus und zwei größere (Cenia und Sagi). Der Kakao aller drei Plantagen ist also mehr oder weniger desselben Ursprungs. Einzig die Pflege der Plantagen und die Art und Weise der Weiterverarbeitung der Bohnen unterscheiden sich. Cenia wurde zwischenzeitlich verstaatlicht. Die Plantage Millot ist mehrheitlich in Händen eines madagassischen Großunternehmers. Millot und Sagi bewirtschaften die Plantagen sehr professionell. In der Mehrheit handelt es sich um die Kakaosorte Trinitario, vereinzelt aber auch um Criollo. Sagi unterteilt sich noch einmal in vier kleinere Plantagen: Madirofolo, Menavava, Bejofo und Ambolikapiky. Von der letztgenannten Plantage kommt der Kakao, den Bertil Åkesson für seine Madagaskar-Single-Plantation-Schokoladen verwendet.

Seit 2009 ist Bertil auch an der Plantage Sempre Firme in Brasilien beteiligt. Bis zur ersten Ernte wird die Brasilien-Schokolade aber aus Bohnen der Fazenda Monte Alegre in Brasilien hergestellt. Eine dritte Schokolade wird mit Kakao von Big Tree Farms aus Bali produziert. Das Unternehmen wird von Frederick Schilling, dem Gründer von Dagoba, und Blair und Ben Ripple, geleitet. Im September 2010 konnten wir gemeinsam die Kakaoplantagen auf Bali besichtigen. Hier, wie auch bei Diego Badaró in Brasilien, wird hervorragende Arbeit geleistet. Korrekterweise deklariert Åkesson’s diese Schokolade nicht als Single Plantation, sondern als Single Origin, da die Bohnen von vielen kleinen Bauern stammen und von Big Tree Farms von der Fermentation bis zur Trocknung weiter verarbeitet werden.

Eine Besonderheit ist Åkessons Faible für Pfeffer. Nicht nur, dass Bertil Åkesson auch mit Pfeffer handelt, seine veredelten Schokoladen enthalten ausschließlich Pfeffer als weitere Zutat.

Ein Auszug aus Georg Bernardini: „Der Schokoladentester“.

Schokoladen-Testberichte

Åkesson’s Bali Sukrama Farms 75% Trinitario

Åkesson Bali Sukrama Farms 75% Trinitario
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Aussehen: 3,7 / 5 Farbe: geeistes Magenta Oberfläche: schmieriger Block (Schrammen, Abdrücke der Plastikhülle, leichtes Blühen, Verquirlungen…) Temperierung: Atompilz Knack: tiefgestimmter Gong Duft: 9,1 / 10 Ein berückend exotisches Fruchtgelee (die Aprikosen ähnliche Mispel, Buni, Mönchsfrucht), gewürzt mit Nelke, Perilla

Åkesson’s Brazil Fazenda Sempre Firme 55% Dark Milk Chocolate

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Von Bertil Åkessons brasilianischer Plantage stammen die „Paraíso“ getauften Kakaobohnen, einer lokalen Forastero-Varietät. Åkesson’s bietet hieraus neben einer dunklen 75%igen auch die vorliegende dunkle Milschokolade mit satten 55% Kakaogehalt an. Paraíso Forastero Aus ihrem Karton befreit, ist diese Schokolade optisch

Åkesson’s Madagascar Ambolikapiky 75% Criollo

Åkesson's Criollo-Bitterschokolade, 75%
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Der Kakao der Familie Åkesson, die seit 1920 im für seine Kakaoqualitäten berühmten Sambirano-Tal auf Madagaskar eine Plantage besitzt, steckt in den Schokoladen zahlreicher bekannter Hersteller; Coppeneur, Valrhona, Domori oder François Pralus seien hier als Beispiele genannt. Åkesson tritt auch mit eigenen Schokoladen

Åkesson’s Madagascar Bejofo Estate 43% White Chocolate

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Gute weiße Schokokolade wird normalerweise aus Kakaobutter, Milchpulver und Zucker hergestellt. Da dies allein langweilig schmeckt, muss Geschmack hinein: üblicherweise durch zugesetzte Vanille, manchmal dazu durch starke Karamellisierung des Zuckers. Madagaskar-Kakaospezialist Bertil Åkesson geht mit seiner weißen Schokolade einen eigenen

Åkesson’s Madagascar Ambolikapiky 100% Criollo

Akessons 100% Ambolikapiky, Vorderseite
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Also ein wenig schummelt das Team um den Schweden Bertil Åkesson mit seinem Schwedisch-Schweizerisch-Madagassischem Kakaoprojekt Åkesson’s Organic: 100% Schokolade … aber auf der Zutatenliste noch Sojalecithin? Rechnerisch…? Nun gut, wir sind nicht kleinlich, freuen uns vielmehr über die noch puristischere