Test: Royce‘ Milk Chocolate

Getestet von

Royce‘ Milk Chocolate
Sorte: Milchschokolade
Kakao: 46%
Marke: Royce', Japan
Ladenpreis: €2,55/100g (€3,19/125g)
Bewertung: 81 Chclt.net-Punkte
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Royce' japanische Milchschokolade

Royce‘: feine Pralinen als Mitbringsel aus Hokkaido

Der 1983 gegründete japanische Pralinen- und Schokoladenhersteller Royce‘ hat in Japan einen hervorragenden Ruf: vielen Japanern gilt Royce‘ als die beste Schokoladenmarke überhaupt. Royce‘-Schokoladen werden in Sapporo auf der Insel Hokkaido hergestellt, einer in Japan romantisch belegten Region mit wilder Natur, sauberem Wasser und kühler Luft. Royce‘ legt viel Wert auf die edle Anmutung seiner Ladengeschäfte und gibt auch für Schokoladentafeln lediglich drei Monate Verkaufsdauer vor, um optimale Frische zu gewährleisten. Selbst in Japan sind Royce‘-Schokoladen außerhalb Hokkaidos nur schwierig, beispielsweise in den Duty Free-Bereichen der großen Flughäfen zu bekommen: positioniert als Geschenkartikel. Darüber hinaus ist Royce‘-Schokolade nur noch in einigen weiteren Großstädten Asiens erhältlich – als luxuriöse Spezialität und jeweils zum Mehrfachen der japanischen Preise.

Große, kakaoreiche Tafel

In ihrer Verpackung macht die Royce‘ Milchschokolade noch wenig her: ein massiger Karton, schlicht bedruckt, soll mit seinem „Hokkaido Royce“ Stempel vielleicht seinen Charakter als dankbares Reisemitbringsel unterstreichen. Die Tafel selbst steckt in einer luftdichten Plastikfolie. Von der Folie befreit, wirkt sie mit ihren 125g weiterhin massig. Die Tafel ist mittelbraun mit leicht rötlichem Einschlag. Mit ihrem stumpfen Glanz und rückseitigen Schlieren wirkt sie gemessen am hohen Anspruch etwas enttäuschend. Insbesondere für ihre Dicke bricht die Royce‘ auch zu leicht und dabei unregelmäßig.

Die Royce‘ Milchschokolade duftet sehr intensiv – allerdings nur untergeordnet nach Kakao. Neben einer an Kokos erinnernden Note bestimmt aromatisierte Vanille den Duft.

Einmal im Mund, vermutet man nicht sofort den für eine Milchschokolade hohen Kakaogehalt dieser zunächst harten Schokolade. Der Geschmack „dunkelt“ nun nach und eine gute, kräftige Kakaonote übernimmt, gefolgt von karamelligen und nussigen Tönen. Das im Duft noch so deutliche vanilleähnliche Aroma ist nun nicht mehr so klar zu spüren. Am Gaumen haucht eine ganz leichte, aber ungute, aromatisierte Erinnerung an Aromen wie an zu alt gewordene H-Milch. Die Royce‘  Milchschokolade schmilzt langsam, gleichmäßig, ist dabei aber nicht endlos fein; eine ganz leichte Mehligkeit hat ihr Schmelz. Im Abgang ist sie harmonisch und verweilt überraschend lang, allerdings verbleibt ein an die ebenfalls aus Japan stammende Meiji Milchschokolade erinnernder, ganz leicht bitterer Nachgeschmack im Mund.

Japans Beste: gut genug für die Welt?

Royce‘ Milk Chocolate ist die beste japanische Milchschokolade, die ich bisher probiert habe: sie erfüllt alle Basics ’normaler‘ Milchschokoladen, sie schmeckt tatsächlich vor allem nach Kakako, und keiner der genannten Kritikpunkte betrifft eine schwerwiegende Geschmacksstörung. Wenn man nur Milchschokolade mit niedrigem Kakaogehalt – nicht nur in Japan die übliche Milchschokolade – gewohnt ist, beeindruckt sicherlich auch der hohe Kakaogehalt der Royce‘ und führt möglicherweise zur Unterstellung hoher Qualität.

Mit den hochklassigen Milchschokoladen, an denen sich die Royce‘ Milchschokolade zu orientieren sucht, kann sie aber nicht punkten. Royce‘ sucht mit dieser Tafel keine neuen geschmacklichen Wege und entwickelt keine über den hohen Kakaoanteil hinausgehenden besonderen Stärken. Royce‘ Milk Chocolate zeigt ihre Grenzen zu früh und ist deshalb kein Kauftip, auch nicht als Mitbringsel für Europäer auf Japan-Reise.

Zutaten:

Zucker, Kakaobutter, Kakaomasse, Milchpulver, Soja-Emulgator, Geschmacksstoffe

Ernährungsinformationen:

glutenfrei? laktosefrei sojafrei erdnussfrei? nussfrei? fairtrade? bio?
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